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Heizung: wohlige Wärme im Wintergarten

Ursprünglich entwickelten sich Wintergärten aus den Palmen- und Gewächshäusern (auch Orangerien genannt), welche der Adel im 18. und 19. Jahrhundert im großen Stil für sich entdeckte. Nicht winterharte und exotische Pflanzen fanden und finden dort einen Ort, um die kalte Jahreszeit sicher zu überstehen. Allerdings bedarf es gerade für tropische Pflanzen eines Heizungssystems, um eine gewisse Temperatur zu erreichen, die das Überwintern ermöglicht. Das verhält sich bei unseren heutigen Wintergärten nicht anders, insbesondere auch dann, wenn sie ganzjährig als Wohnwintergärten genutzt werden.

Wie aber wird der Wintergarten richtig beheizt? Welche Systeme kommen in Frage? Mit welchen Kosten ist zu rechnen und worauf muss bei der Kalkulation geachtet werden. Und last but not least: Wie nützlich ist ein unbeheizter Wintergarten (sogenannter Kaltwintergarten)?

Wie wird der Wintergarten richtig beheizt?

Wird der Bereich das ganze Jahr über als vollwertiger Wohnraum genutzt, so ist es unerlässlich, eine Heizung einzubauen, damit man gerade auch die kalten Wintermonate gemütlich dort verbringen kann. Generell sollte die Heizung möglichst effektiv, d. h., energieeffizient sein und mit geringen Kosten verbunden sein.

Die Sitzebereiche unter/hinter Glas besitzen gänzlich andere klimatische Anforderungen als normale Wohnräume von Massivhäusern: Durch den hohen Anteil an Glasfassaden sind Raumklima und Temperaturentwicklung im Inneren stark von den äußeren Wettereinflüssen abhängig. Im Sommer heizt sich der Platz durch Sonneneinstrahlung schnell und stark auf, im Winter hingegen kühlt der Innenraum rasch aus und es ist schwierig bzw. ohne Heizung gar unmöglich, eine konstant angenehme Temperatur (etwa 20 Grad Celsius) zu erzielen.

Wärmedämmung als wichtiger Faktor

Wollen Sie einen Wohnwintergarten installieren, sollte daher ein adäquates Heizungssystem bereits bei der Planung miteinbezogen werden. Das ist jedoch auch auch nachträglich realisierbar, dann aeber aufwendiger. Generell muss das richtige Heizungssystem ausgewählt werden.

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Eine entscheidende Rolle spielt in diesem Zusammenhang aber auch die Wärmedämmung: Da der Raum durch die vielen verglasten Flächen in den kalten Monaten schnell auskühlt, ist die richtige Wärmedämmung besonders wichtig, um energieeffizient heizen zu können und Kosten einzusparen. Übrigens hat die Wärmedämmung ebenso in der warmen Sommerzeit ihre Berechtigung: Sie trägt neben der richtigen Beschattung dazu bei, dass sich der Platz nicht stark aufheizt, sondern eine angenehme Temperatur beibehält.

Die Wärmedämmung erfolgt vor allem durch den Einsatz von sogenanntem Wärmedämmglas. Eine solche Verglasung zeichnet sich dadurch aus, dass es die Sonneneinstrahlung ins Innere vordringen lässt, gleichzeitig aber den Wärmeverlust nach außen vermeidet – auf diese Weise wird passiv Energie gewonnen und zugleich werden die Heizkosten automatisch reduziert.

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Erforderliche Heizleistung

Da die Strahlungswärme der Sonne gerade in den Monaten Dezember und Januar nicht ausreicht, um eine angenehme Wärme im Inneren zu erzeugen, muss die Heizleistung in diesem Zeitraum entsprechend angepasst werden. Diese liegt während dieser Periode über der, die in normalen Raumen notwendig ist. Trotzdem verbraucht ein Wintergarten über das gesamte Jahr gerechnet weniger Heizenergie als ein Standard-Wohnraum, da er in den übrigen Monaten von den solaren Gewinnen profitiert und weniger „Zuheizung“ erforderlich ist. Um schnell und effektiv auf Temperaturveränderungen reagieren zu können, sollte eine Thermostatsteuerung vorhanden sein.

Welche Heizungssysteme sind sinnvoll?

Der Bereich hinter Glas ist im Sommer wie im Winter ein angenehmer Platz. Aber: Ohne gutes und auf das Benutzen des Raums abgestimmte Wärmekonzpt kann es schnell ungemütlich werden.

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Da der Wintergarten über andere energetische Eigenschaften als ein Wohnraum mit Mauerwerk verfügt, sind auch die Anforderungen an das Heizungssystem verschieden. Durch den großen Anteil an Verglasung ist die Wärmedämmung generell schlecht. Häufig ist die Variante zu beobachten, dass der Bereich an das im Haus bestehende Heizungssystem angeschlossen wird. Dies ergibt aus praktischer Sicht durchaus Sinn, da dies einbautechnisch am unkompliziertesten ist.

Es gibt verschiedene Heizsysteme – nicht alle sind ideal. Wir stellen Ihnen im Folgenden einige vor.

Fußbodenheizung

Weit verbreitet in den Eigenheimen sind Fußbodenheizungen, da sie für Häuser mit vergleichsweise wenig Fensterflächen als energetisch günstig gelten. Jedoch eignen sie sich nicht gut für Wintergärten, denn dort muss das Heizungssystem möglichst schnell auf äußere Witterungseinflüsse reagieren, z.B. Anstieg der Heizleistung bei drohender Auskühlung und Reduzierung der selbigen bei Aufheizung durch Sonneneinstrahlung. Fußbodenheizungen reagieren allerdings bei Temperaturveränderungen eher träge und zeitlich verzögert – dies führt dazu, dass mehr Heizenergie verbraucht wird, als unbedingt notwendig, was sich natürlich negativ auf die Kosten auswirkt. Daher sind sie nicht zu empfehlen, höchstens in einer Kombination mit einem anderen Heizsystem.

Gas- und Ölheizungen mit Heizkörpern

Befinden sich in Ihrem Haus bereits Heizkörper, die mit einer herkömmlichen Öl- oder Gasheizung betrieben werden, können Sie darüber nachdenken, den verglasten Bereich an dieses Heizungssystem anzuschließen. Hier kommt das Prinzip der Konvektionsheizung zum Tragen: Die Raumluft ist für den Wärmetransport zuständig. Warme Luft steigt in die Höhe, kühlt sich ab und sinkt an der gegenüberliegenden Wand wieder herunter. Auf diese Weise kommt es zu einer kontinuierlichen Luftzirkulation, die für ein angenehmes Klima im Innenraum sorgt.

Der Vorteil liegt darin, dass der Einbau relativ einfach ist, indem bestehende Leitungen verlängert werden. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Heizkörper an der kältesten eingebaut werden, sprich, vor den Fenstern. Der Nachteil der Konvektionsheizung besteht darin, dass durch die Zirkulation viel Staub aufgewirbelt wird und die Raumluft schnell austrocknen kann.

Kaminöfen

Kamin- oder Kachelofen sorgen für schöne Wärme

Ein sehr angenehmes und gemütliches Ambiente wird durch die Verwendung eines Kaminofens erzeugt. Allerdings scheuen viele den Einbau, da sich die Frage stellt, wohin der Abzug gebaut werden soll. Einen Rauchabzug zu installieren ist aber nicht zwingend erforderlich; mittlerweile gibt es in den Baumärkten eine große Auswahl an abzugsfreien Kaminen und Feuerstellen. Durch den Einsatz von Brenngel oder Bioethanol kommt es weder zur Rauchentwicklung noch zum Rußen. Der Vorteil dieser Öfen ist, dass keine übermäßige Hitze entsteht und dass sie an jeden beliebigen Standort angebracht werden können.

Trotzdem kann natürlich auch ein herkömmlicher Kamin eingebaut werden, jedoch ist dann ein Schornstein notwendig. Auch Pelletbrennöfen und Specksteinöfen können verwendet werden. Der Vorteil von offenem Feuer: Es erzeugt eine direkte und sehr atmosphärische Wärme.

Wärmepumpen

Die Funktionsweise von Wärmepumpen basiert auf einem einfachen Prinzip: Energie eines niedrigeren Temperaturniveaus wird durch sie auf ein höheres Niveau gepumpt. Ähnlich wie bei einem Kühlschrank werden Wärme und Kälte zwischen einem Innen- und einem Außengerät ausgetauscht – der Wintergarten kann also sowohl heruntergekühlt als auch erwärmt werden. Etwa 70 Prozent ihrer Heizleistung bezieht die Wärmepumpe je nach Konstruktion aus dem Grundwasser, aus der Luft oder aus dem Erdreich. Die restlichen 30 Prozent werden durch Strom abgedeckt.

Neben der Tatsache, dass Wärmepumpen im Innenraumein angenehmes, reguliertes Klima schaffen, gelten sie als energiesparend und umweltschonend, da die Heizleistung aus regenerativen Energien bezogen wird und keine Schadstoffe entstehen. Allerdings hat die Wärmepumpe auch einen Nachteil: Bei einer Außentemperatur von 0 Grad Celsius arbeitet sie nicht mehr effizient und ab -5 Grad Celsius kann es zu Problemen wie Vereisung kommen. Abhilfe kann hier beispielsweise die Kombination der Wärmepumpe mit einem Kaminofen schaffen.

Heizleisten

Heizleisten bestehen aus flachen Kupfer-Lamellenrohren, die wahlweise an die Konstruktionspfeiler oder als Sockelleistenheizung an den unteren Teil des Rahmens angebracht werden können. Farblich können sie an die vor Ort vorhandenen Materialien angepasst werden. Sie sind nicht nur optisch unauffällig und nehmen im Gegensatz zu Heizkörpern oder einem Kamin nur minimalen Platz für sich in Anspruch, sondern verhindern auch zuverlässig Kältebrücken an den Glasfronten. So wird der Bildung von Kondenswasser und Schimmel vorgebeugt. Dadurch, dass die Wärme sehr gleichmäßig im Raum verteilt wird, kommt es zu einem angenehmen Klima im Inneren. Die Anschaffungskosten sind gering und darüber hinaus ist eine Selbstmontage gut möglich. Heizleisten können auch mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden.

Heizmatten

Heizmatten werden gerne in bestehenden Wintergärten ohne Heizungssystem verlegt, da sie gut nachträglich eingebaut werden können. Beim Verlegen der relativ preiswerten Heizmatten gibt es keine speziellen Vorgaben – lediglich ein Stromanschluss wird benötigt. Dadurch sind sie unabhängig von anderen Rohr- und Leitungssystemen. Da sie am Boden verlegt werden, kommt es kaum zu einer Luftzirkulation, allerdings kann dem begegnet werden, indem zusätzlich Heizkörper installiert werden, was für eine kontinuierliche Zirkulation sorgt, sprich man kombiniert dann zwei Heizsysteme miteinander. Leider haben Heizmatten eine gravierenden Haken: Durch den relativ hohen Strombedarf sorgen sie für ansteigende Energiekosten.

Bodenkanalheizung (Unterflurheizung)

Wie der Name bereits verrät, werden bei diesem System Heizkörper in den Boden integriert und mit einer Gitterabdeckung versehen, welche in verschiedenen Farben und Designs erhältlich ist, um sie der Einrichtung anzupassen. Dadurch wird diese Heizung gewissermaßen unsichtbar. Geregelt wird die Heizleistung über ein Thermostat. Zudem kann die Bodenkanalheizung an eine elektrische Steuerung im Haus angeschlossen werden, falls eine solche vorhanden ist – so kann auf Witterungsschwankungen schnell reagiert werden.

Infrarotheizstrahler

Häufig vernachlässigt ist eine weitere Option. In einen Kaltwintergarten können Sie Infrarotheizstrahler anbringen. Diese erzeugen eine direkte und wohlige Wärme. Anders als eine Heizung heizen sie jedoch nicht die Luft auf, sondern erhitzen nur organisches Material. Das heißt: Die Wärme kommt nur auf der Haut an, nicht in der Umgebung. Das kann sehr sinnvoll bei Außenbereichen und Kaltwintergärten sein, wenn Sie dort wegen einiger Pflanzen keine zu große Hitze erzeugen wollen. Die Infrarotheizstrahler benötigen eine Stromversorgung und sind relativ günstig und zugleich effektiv. Wichtig dabei: Da das Raumklima unverändert bleibt, sollten Sie das Thema Lüftung noch einmal ganz besonders durchdenken. Denn Schimmel und schlechte Luft lassen sich so nicht vorbeugen.

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Welche Kosten entstehen für das Heizungssystem?

Für welches Heizungssystem Sie sich letztlich entscheiden, hängt von individuellen Faktoren ab. Wichtig ist, dass die Heizung energieeffizient und kostengünstig arbeitet, indem sie an die spezifischen energetischen Anforderungen des Wintergartens angepasst ist. Eine Kombination zweier Heizungssysteme miteinander kann im Einzelfall durchaus sinnvoll sein. Damit Ihre Heizung so effektiv wie möglich arbeitet, sollten Sie sich bereits bei der Planung von einem Fachmann beraten lassen.

Der finanzielle Rahmen hängt vielerlei Faktoren ab: die konkreten Bedingungen des Wintergartens (z.B. Beschaffenheit der Wärmedämmung), vorgesehene Nutzung, individuelle Vorstellungen der Bauherren in puncto Ästhetik und Design, etc. Damit die Investitionskosten nicht zu hoch liegen, sollte man auf jeden Fall im Vorfeld sein verfügbares finanzielles Budget abstecken.

Auch sollten die Anschaffungskosten und die fortlaufenden Kosten miteinander abgewogen werden. Ein Beispiel: Heizmatten sind preiswert beim Einkauf, allerdings verursachen sie durch den hohen Stromverbrauch entsprechend steigende Energiekosten.

Rechnen Sie gegen: Wie viel will ich investieren und wie viel möchte ich langfristig bei den Heizkosten einsparen? Möglicherweise ist es lohnenswerter, bei der Anschaffung eines Heizungssystem etwas tiefer in die Tasche zu greifen und durch das Einsparen von Energie wiederum die Heizkosten zu reduzieren – nach einem gewissen Zeitraum haben sich die Anschaffungskosten dann amortisiert.

Als günstige Heizungssysteme gelten Heizleisten und Heizmatten, doch auch beim Einbau von Heizkörpern im Rahmen einer konventionellen Öl- oder Gasheizung und bei der Installation eines Kamins halten sich die Kosten normalerweise in einem erträglichen Rahmen. Aufgrund ihrer ausgeklügelten Technik deutlich teurer sind die Wärmepumpe und die Bodenkanalheizung.

Wie nützlich ist ein unbeheizter Wintergarten?

Letztlich ist es eine Frage der Nutzung, ob ein Wintergarten beheizt werden soll oder nicht. Als vollwertiger Wohnraum gilt er nur dann, wenn er das ganze Jahr über bewohnt werden kann – und dies macht eine Beheizung zwingend erforderlich.

Die Entscheidung für einen beheizten oder unbeheizten Bereich sollte sich an den Bedürfnissen der Bauherren orientieren. Ein Beispiel: Soll der Raum in der kalten Jahreszeit vorrangig als Überwinterungsort für frostempfindliche Pflanzen dienen, muss er nicht beheizt werden. Trotzdem kann er an sonnigen Wintertagen mit etwas wärmerer Bekleidung genutzt werden, etwa zum Kaffee trinken, da er sich aufgrund des Glashauseffekts durch die Sonneneinstrahlung bis zu einem gewissen Maße aufheizt. Auch in den Übergangsphasen, sprich im Frühjahr und Herbst, kann ein unbeheizter Bereich durchaus genutzt werden, wenn die Sonne scheint. Als Wohnraumerweiterung gilt er aufgrund der begrenzten Nutzungsmöglichkeiten jedoch nur in sehr eingeschränktem Maße.

Im Vergleich zum Gesamtpreis sind die Kosten für die Heizungsanlage überschaubar. Daher setzen mittlerweile viele Menschen lieber auf die beheizte Variante, da ihre Wohlfühloase dann jederzeit zugänglich und angenehm wohnlich ist – wann auch immer man will.