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Wintergärten gelten als Wohlfühloase mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Wahlweise laden sie mal zum Erholen und Entspannen oder auch zu geselligem Beisammensein ein – und das sommers wie winters.

Wintergarten ist aber nicht gleich Wintergarten. In Bezug auf das Design und die zum Einsatz kommenden Materialien gibt es eine große Auswahl an Möglichkeiten. Viele wälzen ausführlich die Frage, aus welchem Material die Konstruktion denn sein soll, die die Glasfassaden und die Überdachung hält bzw. trägt. Dabei steht Ihnen die Option offen, sich sowohl für ein bevorzugtes Material oder aber für eine Kombination aus mehreren Werkstoffen zu entscheiden.

Materialmöglichkeiten und Überlegungen im Vorfeld

Unterschiedliche Materialien erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Die Eigenschaften von Holz, Aluminium, Stahl oder Kunststoff variieren natürlich entsprechend. Jeder Werkstoff hat seine individuellen Vor- und Nachteile. Neben der Frage nach dem persönlichen Geschmack des künftigen Wintergartenbesitzers sollten außerdem folgende Überlegungen im Vorfeld eine Rolle spielen, bevor Sie sich schlussendlich für ein Material entscheiden:

  • Wie hoch dürfen die Kosten maximal sein, die Sie investieren wollen?
  • Welches Material passt von der Optik her am besten zur Umgebung des Wintergartens? Beziehen Sie hier den Baustil des Hauses, der Terrasse aber auch das Konzept Ihres Gartens entsprechend mit ein.
  • Wie groß soll der Wintergarten in seiner Fläche letztlich sein?
  • Ist es Ihnen wichtig, dass Ihr Wintergarten möglichst pflegeleicht ist?

Je nachdem, welche individuellen Vorstellungen bei Ihnen zum Tragen kommen, sollte die Wahl dann auf das jeweilige Material fallen, dass sich am besten mit Ihren Wünschen deckt.

Konstruktionen aus Holz sind bei vielen Kunden sehr beliebt

Für die Trägerkonstruktion eines Wintergartens stehen verschiedene Materialien zur Verfügung
Foto: hans / pixelio.de

Wintergärten aus Holz

Der ökologische Baustoff Holz ist seit Jahrhunderten bewährt und hat auch eine vielversprechende Zukunft vor sich. Als nachwachsender Rohstoff wirkt er sich im Sinne der Nachhaltigkeit sehr positiv aus. Für viele Kunden steht Holz für ein natürliches Ambiente von Wärme, Behaglichkeit und Gemütlichkeit. Dies ist einer der Gründe, weshalb Holz zu den beliebtesten Trägermaterialien bei Wintergärten gehört. Zur Anwendung kommt meist das sogenannte Brettschichtholz, welches aus mehreren Schichten miteinander verleimten Nadelholzes besteht, wodurch sich eine hohe Tragfähigkeit ergibt. Die Qualität der Verarbeitung ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.

In puncto Wärmedämmung gibt es ebenfalls einen Pluspunkt für das Material Holz, da es sehr gute isolierende Eigenschaften besitzt. Zur Kostenfrage: Holzkonstruktionen sind günstiger als solche aus Aluminium, jedoch teurer als das Trägermaterial Kunststoff.

Der große Nachteil des Werkstoffs Holz ist die hohe Pflegeintensität, die benötigt wird, wenn der Wintergarten langlebig sein soll. Damit das Material witterungsbeständig bleibt (vor allem UV-Strahlung und Regen spielen hier eine große Rolle), muss es regelmäßig lasiert und gestrichen werden (mindestens ein- bis zweimal jährlich), was einen gewissen Arbeitsaufwand bedeutet. Regelmäßig sollte die äußere Holzkonstruktion auf eventuelle Schäden kontrolliert werden. Denn kann Nässe in das Holz einziehen, ist mittelfristig die Standfestigkeit des Wintergartens bedroht. Zudem ist auf das Klima im Wintergarten zu achten: Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann schnell zu Schimmelbildung an den Holzkonstruktionen und möglicherweise auch zu einem Verziehen führen. Dem können Sie allerdings durch regelmäßiges Lüften vorbeugen.

Wintergärten aus Aluminium

Deutlich besser beim Thema Witterungsbeständigkeit und geringer Pflegeaufwand schneidet Aluminium ab. Die schlichte Optik dieses Materials wird von vielen geschätzt. Ist es mit einer pulverbeschichteten Oberfläche überzogen, sind der Langlebigkeit praktisch keine Grenzen gesetzt, da die Witterungseinflüsse keinen Schaden anrichten können. In der Pflege ist Aluminium recht anspruchslos und außerdem ist dieses Material belastbar und flexibel zugleich, d.h. Sie können alle möglichen Größen des geplanten Wintergartens umsetzen, da die unterschiedlichsten Profile hergestellt werden können. Ein weiterer Vorteil ist das geringe Eigengewicht.

Natürlich hat dieses Material auch seinen Haken. Neben der Tatsache, dass Trägerkonstruktionen aus Aluminium relativ teuer sind im Vergleich zu Holz oder Kunststoff und auch die Produktion dieses Werkstoff sehr energieintensiv und damit wenig umweltfreundlich ist, stellt zudem die Wärmedämmung ein Problem dar. Da Aluminium die Wärme sehr gut leitet, kommt es zu einem relativ hohen Energieverlust nach außen. Auch Kondenswasser kann sich dann schnell an den inneren Glasscheiben bilden. Aufgrund der Energiesparverordnungen ist reines Aluminium in Wohnwintergärten in den meisten Ländern nicht zulässig. Eine Lösung können in diesem Zusammenhang Alu-Profile mit thermischer Trennung sein, d.h. es sind Kunststoffstege oder aber eine Dämmschicht aus Kunststoff in das Aluminium-Profil eingearbeitet. Die wärmedämmenden Eigenschaften verbessern sich hierbei entsprechend.

Vom verwendeten Material hängt auch die Größe des Wintergartens ab

Konstruktionen aus Aluminium sind flexibel und trotzdem belastbar
Foto: gbeaty / pixabay

Wintergärten aus Kunststoff

In der letzten Zeit werden bei Wintergärten immer häufiger Kunststoffkonstruktionen verbaut. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kunststoff ist günstig in der Anschaffung, wetterbeständig, pflegeleicht und verfügt über eine gute Wärmedämmung. Thermische Trennungen sind nicht notwendig. Die Feuchtigkeitsbeständigkeit ist groß, das Eigengewicht des Materials dafür umso geringer.

Allerdings stellt diese Leichtbauweise auch einen entscheidenden Nachteil dar: Wintergärten mit Kunststoffkonstruktionen sind deutlich weniger belastbar, weshalb auf jeden Fall eine zusätzliche Verstärkung mit Stahl von Nöten ist, damit eine ausreichende Stabilität des Wintergartens erreicht wird. Der Stahlkern jedoch beeinträchtigt wiederum die Wärmedämmung. Kunststoff-Stahl-Profile ermöglichen nur begrenzte Höhen und Spannweiten bei der Konstruktion, daher sind sie für großflächige Bauten ungeeignet – es lassen sich nur kleinere Glasanbauten realisieren.

Da die Festigkeit von Kunststoff nicht sehr hoch ist, kann es zu einer Ausdehnung des Materials bei größeren Temperaturunterschieden und bei starker UV-Einstrahlung kommen – ein weiterer Grund für die Verwendung von Stahl als unterstützendes Trägermaterial. Leider neigt Kunststoff unter der Einwirkung von Sonnenlicht je nach Zusammensetzung manchmal auch zum unschönen Vergilben.

Wintergärten aus Stahl

Stahl ist ein überaus robustes und tragfähiges Material. Reine Stahlkonstruktionen sind für Wohnwintergärten allerdings ungebräuchlich, da dieses Metall keine wärmedämmenden bzw. isolierenden Eigenschaften hat. Daher ist eine thermische Trennung (wie auch bei Aluminium-Profilen) unverzichtbar. An den äußeren, kalten Profilen kann Tauwasser austreten, was umfangreiche Maßnahmen wie Feuerverzinkung notwendig macht. Daher sollte nur galvanisierter bzw. feuerverzinkter Stahl zum Einsatz kommen. Auch ein rostschützender Anstrich ist sinnvoll. Neben der Dämmschicht wird von außen häufig eine Abdeckschale aus witterungsbeständigem Edelstahl angebracht. Der Bau einer reinen Stahlkonstruktion ist relativ aufwendig, weshalb die Kombination dieses Materials mit einem anderen Werkstoff die häufigere Variante ist.

Kombination verschiedener Materialien

Bei den genannten Materialien müssen Sie sich nicht zwingend für ein „Entweder – Oder“ entscheiden, Sie können die Werkstoffe wie bereits angedeutet auch miteinander kombinieren. Diese Variante könnte für Sie ebenso die richtige Wahl sein.

So kann beispielsweise an die Holzkonstruktion des Wintergartens von außen eine Verschalung aus Aluminium angebracht werden. Im Außenbereich können Sie den Vorteil der Witterungsbeständigkeit dieses Materials nutzen, wohingegen im Inneren des Wintergartens die Holzverkleidung für eine warme, natürliche und gemütliche Atmosphäre sorgt. Im umgekehrten Fall kann ein Aluminiumprofil als Grundlage der Konstruktion im Innenbereich mit Holzfurnieren bestückt werden, um den genannten Effekt zu erreichen. Es ist allerdings zu erwähnen, dass Konstruktionen aus Aluminium und Holz nicht gerade kostengünstig sind.

Eine weitere Möglichkeit ist das Zusammenspiel der Materialien Holz und feuerverzinkter Edelstahl. Die guten Wärmedämmeigenschaften und die angenehme Wohnlichkeit von Holz werden verbunden mit der Witterungsbeständigkeit und der Pflegeleichtigkeit von Stahl. Das Prinzip dieses Aufbaus gleicht im Wesentlichen der Holz-Aluminium-Konstruktion.

 

Verschiedene Materialien und Designmöglichkeiten im Überblick
Damit Sie noch einmal einen Überblick über alle nennenswerten Vor- und Nachteile der für die Wintergartenkonstruktion zur Verfügung stehenden Materialien erhalten, finden Sie im Folgenden eine tabellarische Auflistung.

Material Vorteile Nachteile
Holz *  Gute Wärmedämm-eigenschaften

*  Warmes, behagliches Ambiente

*  Ökologisch, da nachwachsender Rohstoff

 

*  Hoher Pflegeaufwand notwendig

*  Anfälligkeit des Materials bei hoher Luftfeuchtigkeit

 

Aluminium *  Witterungsbeständig

*  Geringer Pflegeaufwand

*  Hohe Langlebigkeit

*  Belastbares, flexibles Material mit geringem Eigengewicht

 

*  Relativ hohe Anschaffungskosten

*  Weniger gute Wärmedämmung, daher ist eine thermische Trennung notwendig

*  Energieintensive Herstellung, daher wenig umweltfreundlich

 

Kunststoff *  Wetterbeständig und pflegeleicht

*  Günstig in der Anschaffung

*  Gute Wärmedämm-eigenschaften

*  Geringes Eigengewicht

*  Hohe Feuchtigkeits-beständigkeit

 

*  Deutlich geringere Belastbarkeit, daher zusätzlich Verwendung von Stahl notwendig

*  Nur für kleinere Wintergärten geeignet

*  Material kann sich bei starker UV-Strahlung und großen Temperatur-unterschieden ausdehnen

 

Stahl *  Robustes, tragfähiges Material

*  Geeignet für großflächige Wintergärten

*  Hohe Langlebigkeit

 

*  Schlechte Wärmeisolierung, daher Verwendung einer Dämmschicht und u.U. Abdeckschale nötig
Holz-Aluminium bzw. Holz-Stahl-Konstruktion *  Vorteile der Materialien werden kombiniert

*  Flexible Möglichkeiten beim Einsatz der Werkstoffe

 

*  Höhere Kosten

Die Glasfassade von Wintergärten – wie steht es um die Isolierung?

Das definierende Element eines Wintergartens sind seine Glasfassaden. Für Wohnwintergärten werden in der Regel Isolier- bzw. Wärmedämmgläser verwendet, wohingegen ein Wintergarten, der vorrangig als Gewächshaus genutzt wird, mit Einfachglas auskommt. Die Verglasung sorgt nicht nur für ausreichend Tageslicht und den sogenannten Glashauseffekt. Sie kann auch noch andere Anforderungen etwa an Sonnenschutz, Schallschutz und Sicherheit erfüllen. Diese speziellen Gläser leisten je nach Wunsch einen hohen Einbruchschutz, hohe Schalldämmwerte oder die Reflektion kurzwelliger Wärmestrahlung. Solche Gläser bedeuten natürlich einen entsprechenden Aufpreis im Vergleich zur Standardverglasung.

Viele, die mit einem Wintergarten liebäugeln, sorgen sich, dass sich durch die großflächigen Glasfassaden der Anbau im Sommer unerträglich aufheizen könnte. Dies kann jedoch durch verschiedene Vorkehrungen gut verhindert werden. Der richtige Sonnenschutz (Sonnenschutzgläser, Rollläden, elektrische Jalousien etc.) spielt hier eine entscheidende Rolle, doch ebenso die Belüftung. Zudem gibt es auf dem Markt spezielle Funktionsgläser mit zwei- oder sogar dreifacher Verglasung, die mit Edelgas gefüllt sind. Edelgas hat eine isolierende Wirkung, was eine Überhitzung des Wintergartens vermeidet.

Holz und Aluminium bzw. Stahl können bei der Trägerkonstruktion des Wintergartens gut miteinander kombiniert werden

Um Überhitzung und hohe Luftfeuchtigkeit zu verhindern, müssen Wintergärten regelmäßig gelüftet werden
Foto: Marina* / pixelio.de