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Wintergärten gelten als Oase der Entspannung und Erholung, gewissermaßen als ein Rückzugsort. Die Offenheit in der Bauart durch verglaste Seitenwände sorgt für ein ganz besonderes Ambiente; man fühlt sich, als würde man im Grünen sitzen. Die Wahl der Pflanzen für den Wintergarten tut dazu ein Übriges.

Doch kann der Aufenthalt im Wintergarten auch durchaus unangenehm werden, wenn nicht richtig gelüftet wird. Stickige, trockene Luft, beschlagene Glasscheiben mit Verdunstungswasser, im schlimmsten Fall sogar Schimmelbildung – es drohen jede Menge Probleme, wenn der Wintergarten falsch belüftet wird. Aber was sollte konkret bei der Lüftung beachtet werden?

Damit es im Sommer nicht zum Treibhauseffekt kommt, muss der Wintergarten effektiv belüftet werden

Belüftung und Beschattung sind wichtige Bestandteile für ein angenehmes Raumklima im Wintergarten
Foto: gbeaty / pixabay

Die richtige Belüftung – Wie sorge ich für ein Wohlfühlklima in meinem Wintergarten?

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die maßgeblich Einfluss auf das Innenraumklima eines Wintergartens haben. Dazu gehören: Luftfeuchtigkeit, Temperatur im Inneren, Außentemperatur und die Temperaturverteilung. Es gibt eine gewisse Wechselwirkung zwischen der Temperatur eines Raumes und der Luftfeuchtigkeit. Je kälter es ist, umso weniger Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Deshalb werden kalte Zimmer immer als feuchter empfunden. Aufgrund der mangelnden Absorbierung durch die Luft setzt sich die Feuchtigkeit an den kühleren Stellen als Kondenswasser ab – dies ist vor allem an den Fensterscheiben zu beobachten. Neben falscher Heizmethoden (geringe oder zu hohe Raumtemperatur) führt überdies das falsche Lüften zu einer Verstärkung des genannten Effekts, da es nur in geringem Maße zum Luftaustausch kommt.

Jedoch gibt es Richtwerte für ein optimales Raumklima in Ihrem Wintergarten: Empfohlen wird eine Raumtemperatur von etwa 20 Grad Celsius (in Wohnwintergärten sollte diese Temperatur möglichst das ganze Jahr über konstant sein) sowie eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 65 %

Belüftungsmöglichkeiten

Die simpelste Art der Belüftung ist die sogenannte natürliche Lüftung (thermische Lüftung). Hierbei wird die physikalische Gesetzmäßigkeit genutzt, dass warme Luft nach oben steigt. Auf diese Weise kommt es zu Luftdruckunterschieden zwischen den Außenwänden des Gebäudes. Öffnet man die Seitenfenster, wird eine Querlüftung erzielt. Die warme Luft gelangt dann durch die Öffnung (z.B. Dachfenster) nach draußen. Weitere Öffnungen im unteren Bereich des Wintergartens (etwa spezielle Belüftungsklappen, Fenster und Türen) sorgen dafür, dass frische Luft in den Raum strömen kann – so wird die Zufuhr und Abfuhr der Luft im Wintergarten geregelt.

Doch wie viele Öffnungen sollten dafür vorhanden sein? Pauschal kann gesagt werden, dass etwa 10 % der verglasten Gesamtfläche geöffnet werden können sollten, davon etwa zwei Drittel im oberen Bereich für die Abluft und ein Drittel im unteren Bereich für die Zuluft. Die Funktionsweise der thermischen Lüftung ist relativ einfach, jedoch hat sie auch Nachteile: Nicht nur, dass die Einbruchgefahr erhöht ist. Zudem kann die thermische Lüftung nur stattfinden, wenn die Bewohner den Wintergarten regelmäßig entsprechend lüften. Bei Abwesenheit der Wintergartenbesitzer kommt es zum Problem, da die Abluft nicht von selbst entweichen kann und auch keine frische Luft einströmen kann. Es besteht die Möglichkeit, dass Freunde oder Bekannte das Lüften in dieser Zeit übernehmen. Allerdings kann diesen Schwierigkeiten auch mit dem Einbau von Lamellenfenstern begegnet werden.

Wenn Sie die Belüftung eigentätig, sprich manuell, vornehmen, sollten Sie beachten, dass Stoßlüften einem Dauerlüften vorzuziehen ist. Letzteres führt lediglich dazu, dass der Raum auskühlt. Ein Stoßlüften von 10 bis 15 Minuten genügt völlig, um einen Luftaustausch zu erreichen. Allerdings sollte das Stoßlüften mehrmals täglich stattfinden (z.B. morgens, nachmittags und abends bzw. im Sommer spätabends); empfohlen wird zwei- bis viermal pro Tag. Auf diese Weise können Sie auch der gefürchteten Schimmelbildung effizient vorbeugen.

Neben der Belüftung von Hand gibt es jedoch auch motorische Lüftungssysteme, welche die Be- und Entlüftung des Wintergartens automatisch regeln. Der Vorteil dieser Systeme ist, dass sie auch die Anforderungen an Wärmedämmung und Wasserdichtigkeit erfüllen. Über waagerecht angeordnete Klapplüfter, die automatisch betätigt werden, kann frische Luft in den Wintergarten einströmen. Montiert werden sie entweder im Blendrahmen oder direkt über oder unterhalb eines Fensters, sodass die Optik nicht maßgeblich beeinträchtigt wird. Bei manchen Modellen ist auch eine senkrechte Montage durchführbar. Durch Absaugen oder auch mittels besonderer Walzenlüfter wird die verbrauchte, warme und feuchte Luft nach außen geführt und frische Zuluft kann in den Innenraum strömen. Im Prinzip funktionieren sie ganz ähnlich wie Inventer (Belüftungsanlagen), die immer häufiger in Neubauten zur Anwendung kommen, da die Lüftung des Gebäudes selbstständig reguliert wird, unabhängig davon, ob die Bewohner anwesend sind oder nicht. Ein weiterer Vorteil: Motorische Belüftungssysteme können mit unterschiedlichen Zusatzausrüstungen ausgestattet werden, z.B. Insektengitter und Pollenfilter – Letzteres ist für Allergiker auf jeden Fall empfehlenswert.

Die Belüftung in den verschiedenen Jahreszeiten

Während eines Jahreslaufs ist der Wintergarten großen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Im Winter geht es vor allem darum, die Bildung von Kondenswasser durch zu niedrige Temperaturen zu vermeiden, indem durch das richtige Heizungs- und Lüftungsverhalten einer zu hohen Luftfeuchtigkeit vorgebeugt wird.

Im Sommer hingegen gilt es durch die starke Einwirkung von Sonnenlicht und Wärme auf den Wintergarten vor allem, eine Überhitzung zu verhindern (Stichwort: Treibhauseffekt). Werden keine entsprechenden Vorkehrungen (Beschattung und Belüftung) getroffen, kann sich ein Wintergarten, der nach Süden ausgerichtet ist, schnell auf 70 Grad Celsius (!) und mehr aufheizen. Mittels adäquater Belüftungs- und Beschattungsmethoden ist es allerdings gut möglich, die Innenraumtemperatur einige Grade unter der Außentemperatur zu halten. Wird der Wintergarten auch im Hochsommer ganztägig als vollwertiger Wohnraum genutzt, kann es übrigens durchaus sinnvoll sein, eine Klimaanlage einbauen zu lassen, welche die Temperatur im Inneren auf ein angenehmes Maß herunterkühlt.

Bei manueller Belüftung ist mehrmals tägliches Stoßlüften angezeigt

Neben der thermischen Lüftung gibt es motorische Lüftungssysteme
Foto: atimedia / pixabay

Welche Strategien können beim Lüften verfolgt werden?

Insgesamt kann zwischen drei Lüftungsstrategien differenziert werden, wobei alle auf dem Prinzip der Regulierung von Zuluft und Abluft fußen: Querlüftung, Diagonallüftung und Dach- bzw. Firstlüftung. Öffnungen für die Zuluft befinden sich stets im unteren Bereich, die für die Abluft im oberen Bereich.

Bei der Querlüftung geschieht die Be- und Entlüftung an den beiden Seitenteilen des Wintergartens. Lüftungsklappen, die wahlweise manuell oder motorisch betätigt werden können, sorgen dafür, dass frische Zuluft in den Innenraum strömt. Die Abluft gelangt über Oberlichter nach draußen. Die Entfernung zwischen Zu- und Abluftvorrichtungen sollte nicht zu groß sein (etwa sechs Meter und mehr), da ansonsten ein geregelter Luftaustausch nicht funktionieren kann und sich die Luft zu sehr erwärmt.

Wird eine Diagonallüftung betrieben, gelangt die Zuluft durch Öffnungen auf der Vorderseite des Wintergartens (zum Beispiel Türen, Fenster oder Schiebelüfter) in den Innenraum. Entlüftet wird, indem die warme Luft durch Oberlichter, Dachlüftungsklappen oder Walzenlüfter nach draußen abgeführt wird.

Die häufigste Belüftungsart für Wintergärten ist allerdings die Dachlüftung. Die Entlüftung erfolgt – ganz ähnlich wie bei den anderen beiden Belüftungsstrategien – im Dachbereich. Die Zuluft kann wie bei der Diagonallüftung durch Öffnungen auf der Vorderseite des Wintergartens einströmen. Ein ausschlaggebender Grund dafür, warum die Dachlüftung so beliebt ist, liegt darin, dass bei dieser Variante unangenehme Zugerscheinungen am wenigsten auftreten.

Im Winter dient die Belüftung u.a. dazu, um der Bildung von Kondenswasser an den Scheiben – bedingt durch zu niedrige Temperaturen – vorzubeugen

Großer Beliebtheit erfreut sich die Dachlüftung, da hier unangenehme Zugerscheinungen weitestgehend vermieden werden
Foto: hans / pixelio.de

Der Einfluss der Beschattung auf das Innenraumklima

Interessanterweise hat neben der Belüftung (und eventuell dem Einsatz einer Klimaanlage) die richtige Beschattung einen großen Einfluss auf das Innenraumklima, wobei das eine nicht ohne das andere auskommt. Denn auch bei Beschattung bildet sich unangenehme Stauluft, die unbedingt über ein adäquates Belüftungssystem nach draußen abgeführt werden muss. Allerdings können Sie durch den Einsatz von Beschattung den erforderlichen Luftaustausch merklich reduzieren, wobei dieser Effekt bei einer Außenbeschattung noch stärker greift als bei der Innenbeschattung.

Möglichkeiten der Beschattung gibt es viele: Markisen, Jalousien, Sonnensegel, Rollos usw. Grundsätzlich gilt: Je effektiver Sonnenlicht und Wärme bereits abgeschirmt wird, bevor sich die Glasschreiben aufheizen, umso angenehmer bleibt es im Innenraum des Wintergartens. Daher ziehen viele die Außenbeschattung einer Innenbeschattung vor.

Egal, ob Sie sich für Jalousien, Rollos oder eine Markise entscheiden, die Beschattungsvorrichtung sollte einige wichtige Merkmale erfüllen, wenn sie effizient arbeiten soll. Sämtliche Konstruktionselemente sollten korrosionsgeschützt und wartungsarm sein. Die Materialien, die bei den Stoffen zum Einsatz kommen, sollten hochwertig sein, d.h. licht- und luftdurchlässig und trotzdem die Wärme gut abschirmen. Es sollten UV-beständige Textilien zum Einsatz kommen, damit der Stoff nicht nach kurzer Zeit unschön ausbleicht. Der serienmäßige Elektromotor sollte ebenfalls wartungsarm sein.

Darüber hinaus gibt es einige, durchaus sinnvolle zusätzliche Ausstattungsbestandteile. Dazu gehören sogenannte Sonnen- und Windwächter. Über eine spezielle Sensorautomatik werden die Witterungsverhältnisse registriert: Scheint die Sonne, wird die Markise automatisch ausgefahren bzw. werden die Lamellen der Jalousien geschlossen. Bei Wind und Regen zieht sich die Markise automatisch in ihre Kassette zurück, ohne dass Sie selbst reagieren müssen. Außerdem gibt es Motoren, die zusätzlich anhand einer Fernbedienung per Funk bedient werden können. So können Sie das Beschattungssystem für Ihren Wintergarten auch von einem anderen Raum oder vom Garten aus betätigen.

Für welche Vorrichtung Sie sich letztlich entscheiden ist zweitrangig – maßgeblich ist, dass eine zuverlässige Beschattung des Wintergartens gewährleistet ist, damit zusammen mit der richtigen Belüftung ein angenehmes Innenraumklima erreicht werden kann.