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Nicht wenige Hauseigentümer machen sich irgendwann einmal Gedanken dazu, ob ihr Gebäude mit einem Wintergarten ausgestattet werden soll. Die hellen, reizvollen Glasfassaden schmücken nicht nur die Fassade eines Hauses – es wird zudem noch weiterer Wohnraum geschaffen, indem die Wohnfläche „nach draußen“ erweitert wird. Mit dem richtigen Mobiliar ausgerüstet wird ein Wintergarten von vielen als sehr gemütlich empfunden und er kann als auch Überwinterungsmöglichkeit für einige nicht winterharte Gartenpflanzen dienen.

Doch ist ein Wintergarten alles andere als ein Schnäppchen – oft stellt sich sein Bau als ein teurer Spaß heraus. Mit welchen Kosten muss gerechnet werden? Und wie kann ich herausfinden, ob das Angebot meines Wintergartenherstellers finanziell fair und seriös ist?

Der Bau eines Wintergartens – mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Wie viel Sie Ihr Wintergarten letztlich kostet, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: Größe, Material und Ausstattung, integriertes Heizsystem, Belüftung, Sonnenschutz – z.B. in Form elektrischer Außenmarkisen u.v.m.

Um Ihnen einen ersten Anhaltspunkt zu geben: Der Durchschnittpreis für einen gut ausgestatteten Wohnwintergarten, dessen Konstruktionsgerüst aus Aluminium besteht, beträgt pro Quadratmeter circa 1.500 bis 2.000 Euro brutto. Dies ist allerdings nur eine ungefähre Angabe, Abweichungen nach unten sowie nach oben sind natürlich gegeben. Zusätzliche 200 Euro pro Quadratmeter etwa müssen Sie einkalkulieren, wenn elektrische Außenrollos installiert werden sollen, die für einen effektiven Sonnenschutz sorgen. Selbstverständlich können Sie aber auch auf von innen angebrachte Rollos zurückgreifen, jedoch ist die Abschirmung des Sonnenlichts und der Hitze hier teilweise etwas geringer ausgeprägt.

Vollmundige Werbeversprechungen beim Wintergartenverkauf sollten Sie stutzig machen

Besichtigen Sie unbedingt Referenzobjekte des Wintergartenlieferantens
Foto: hans / pixelio.de

Wie kommt es, dass die Kosten für einen Wintergarten vergleichsweise recht hoch ausfallen? Berücksichtigt werden muss, dass verschiedene Arbeitsschritte notwendig sind, bis der Wintergarten steht. Dazu gehört der Bau eines Fundaments mit Bodenplatte, worauf der Wintergarten installiert wird. Zu Buche schlagen sowohl Ausstattungsmerkmale wie Heizung, Belüftungsart und eine mögliche Beschattung – die unbedingt empfohlen wird – als auch gesetzlich vorgeschriebene Verwaltungsakte wie der Bauantrag (der benötigt wird, um die obligatorische Genehmigung von der Bauaufsichtsbehörde zu bekommen) und der Standsicherheitsnachweis – beide Dokumente erfordern eine Gebühr, die vom Antragsteller, sprich dem Bauherren, zu entrichten ist.

In dem oben genannten Preis noch nicht inbegriffen ist das Terrassendach, das zwingend zum Wintergarten dazu gehört. Für die einfachste und dennoch solide Ausführung aus Aluminium kommen – abhängig von Region und Hersteller – noch einmal etwa 400 bis 700 Euro pro Quadratmeter hinzu.

Wie komme ich an ein seriöses, finanziell interessantes Angebot?

Bei den durchschnittlichen Kosten für einen Wintergarten müssen viele Bauherren erst einmal schlucken. Hinzu kommt die Tatsache, dass es auf dem Verkaufsmarkt von Wintergärten leider einige schwarze Schafe (ganz ähnlich wie z.B. auch auf dem Fertighausmarkt) gibt, die Werbung für völlig überteuerte, unlukrative Angebote machen. Auch die Qualität der Beratung, des Materials und der vor Ort geleisteten Arbeit ist nicht immer gegeben.

Trotzdem ist dies kein Anlass, sich von dem Traum, einen eigenen Wintergarten zu kaufen, zu verabschieden bzw. sich davon abschrecken zu lassen. Dennoch sollten einige wichtige Tipps im Vorfeld beachtet werden, damit Sie nicht in die Kostenfalle tappen und es im Nachhinein kein böses Erwachen gibt.

Als ersten Schritt sollten Sie sich bei Freunden, Nachbarn und Bekannten, die einen Wintergarten errichten ließen, nach den Kosten und der erbrachten Leistung erkundigen. Machen Sie auch einen Spaziergang in ihrem Wohnumfeld. Entdecken Sie einen Wintergarten, der Sie interessiert, scheuen Sie sich nicht zu klingeln und um eine Auskunft zum Hersteller und den Kosten zu erbitten. Auf diese Weise erhalten Sie einen ersten Überblick und möglicherweise auch bereits ein Gespür dafür, welche Leistung zu welchen Kosten erbracht wird und in welcher Relation jeweils die Größe und Ausführung des Wintergartens zum Preis stehen.

Die Kosten für einen Wintergarten hängen von Größe, Konzept, Ausstattung und dem Material ab

Wintergärten schmücken Häuser und schaffen zusätzlichen Wohnraum
Foto: Gerhard Giebener / pixelio.de

Nachdem Sie erste Eindrücke gesammelt haben, kann es nun konkreter werden: Lassen Sie sich zwei bis drei seriöse Angebote von Wintergartenherstellern erstellen. Eine Liste von empfehlenswerten, namhaften Lieferanten von Wintergärten finden Sie beispielsweise auf der Homepage des Bundesverbandes Wintergarten.

Da der Leistungsumfang und die Ausstattungsmerkmale bei den unterschiedlichen Herstellern oft weit auseinandergehen, ist ein Vergleich gar nicht so einfach. Helfen kann hier ein Blick auf die Referenzobjekte des Unternehmens, welcher unbedingt anzuraten ist: Besichtigen Sie mehrere Ausführungen von Wintergärten des Herstellers, etwa in einer Ausstellung. Oder möglicherweise hat in Ihrer Nähe jemand einen Wintergarten dieses Lieferanten gekauft? Überlegen Sie bei der Besichtigung, ob Ihnen das Konzept des Wintergartens und die zum Einsatz kommenden Materialien sowie das Ausstattungssystem (Heizung, Belüftung) prinzipiell zusagen und scheuen Sie sich auch nicht, nach eventuellen Mehrkosten und Zusatzleistungen zu fragen. Nicht zu vernachlässigen sind auch folgende Aspekte: Wie weit ist die Firma von meinem Wohnort entfernt? (Stichwort: Kundennähe) Werden Wartung und mögliche Reparaturen vom Lieferanten vorgenommen? Wenn ja, zu welchen Konditionen?

Haben Sie sich nun von zwei, besser drei verschiedenen Firmen Angebote für den zu erstellenden Wintergarten geben lassen, lohnt ein genauer Blick auf die zu erbringenden Leistungen und die dafür anfallenden Kosten. Vielleicht kennen Sie ja jemanden aus dem Bekanntenkreis, der schon einen Wintergarten hat? Dieser könnte gegebenenfalls beratend zur Seite stehen. Lassen Sie die in Betracht kommenden Firmen auch in Wettbewerb zu einander treten, nach dem Motto: Ihr Konkurrent hat ein günstigeres Angebot unterbreitet, was ist also bei Ihnen finanziell noch möglich? Manchmal können in diesem Zuge noch satte Prozente auf den Endpreis zu Stande kommen.

 

Zu den Kosten und der möglichen Abzocke bei Wintergärten

Von welchen Verkaufsmethoden und -angeboten sollten Sie besser die Finger lassen?

Vorsicht ist bei Internetportalen geboten, die massiv Werbung für verschiedene Wintergartenhersteller betreiben und Sie an diese dann weitervermitteln. Nicht immer stecken seriöse Firmen dahinter. Ohne weiteres empfohlen werden können dagegen Unternehmen, die wie schon erwähnt Mitglied des Bundesverbandes Wintergarten sind.

Für alle für Sie in Frage kommenden Firmen gilt: Wo finden sich Referenzobjekte, die besichtigt werden können? Wie steht es mit der Kundenzufriedenheit – gibt es hierzu verlässliche Aussagen? Welche Zertifikate zur Qualität etc. können vorgewiesen werden und wer hat diese Dokumente ausgestellt – nur, wenn dies von unabhängigen Instituten erfolgt ist, kann den Zertifikaten auch Glauben geschenkt werden.

Zudem sollten Sie beachten: Einige Unternehmen haben ihren Sitz im Ausland und dort gelten teilweise andere baurechtliche Vorgaben, etwa die vorgeschriebene Dachkonstruktion zur Bewältigung von Schneelast – diese kann nachvollziehbarerweise etwa in Spanien von den deutschen Vorschriften abweichen. Deshalb sollten Sie von dem Lieferanten unbedingt einen Nachweis zur Standsicherheit verlangen, der den lokal erforderlichen Richtlinien entspricht.

Hände weg auch von bunt schillernder Reklame, die alle möglichen Versprechungen vollmundig anpreist – egal ob als Postwurfsendung oder im Email-Postfach. Gute, namhafte Hersteller haben aufdringliche Werbung nicht nötig. Manchmal sind vermeintliche Schnäppchenangebote auch mit augenscheinlich lukrativen Finanzierungsangeboten gekoppelt. Hier sollten Sie ebenso vorsichtig sein, denn nicht selten zahlen Sie in solch einem Fall letztlich viel obendrauf.

Unseriös ist außerdem die Masche der sogenannten Refinanzierung: Indem Sie weitere Kunden werben, bekommen Sie bei Vertragsabschluss einen Teil der Kosten erlassen. Dies ist ein klassisches Lockangebot, doch es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass Sie in Ihrer Freizeit andere von dem Kauf des Wintergartens überzeugen können. Es besteht zudem immer die Gefahr, dass der Wintergartenhersteller insolvent gehen kann. Dann nützen Ihnen die schönen Versprechen zur Refinanzierung nichts mehr. Eindeutiges Credo: Die Finger von Unternehmen lassen, die mit solch unredlichen Werbestrategien arbeiten.

Für das Terrassendach kommen noch einmal 400 bis 700 Euro pro Quadratmeter hinzu

Die durchschnittlichen Kosten für einen Wintergarten liegen bei etwa 1.500 bis 2.000 Euro brutto pro Quadratmeter
Foto: O. Fischer / pixelio.de

Übrigens können Sie Ihren Kaufvertrag mit dem beschriebenen Leistungskatalog – egal mit welchem Lieferanten Sie sich einig geworden sind – bis zwei Wochen nach Vertragsabschluss von einem Experten prüfen lassen – ein eventuelles Zurücktreten vom Vertrag ist innerhalb dieser Frist noch gut möglich.

Wie Sie mit Ihrem fertigen Wintergarten nachhaltig Kosten sparen können

Es ist soweit, Ihr Wintergarten ist fertig. Damit Sie nicht nur beim Kaufpreis sparen, sondern auch weiterhin Ihre anfallenden Kosten für Heizungsenergie niedrig halten, können ein paar Tipps helfen:

  • Ein sinnvoll konzipierter und konstruierter Wintergarten nutzt den Glashauseffekt, um ohne den Einsatz der Heizung eine bestimmte Raumtemperatur zu erhalten. Im Optimalfall wird die durch das Sonnenlicht einfallende Wärme im Wintergarten gespeichert.
  • Durch die Ausrichtung des Wintergartens nach Süden und den Einsatz mehrfach verglaster Scheiben wird der Energieverlust gering sein, da durch die bessere Isolierung weniger Wärme nach außen abgegeben wird.
  • Eine senkrechte Verglasung ist schräger Verglasung vorzuziehen: Sie ist nicht nur kostengünstiger, sondern überhitzt nicht so schnell und lässt im Winter mehr Sonne hindurch.
  • Grenzen Sie den Wintergarten von nebenan liegenden Räumen durch eine Tür ab, so geht die gespeicherte Wärme nicht so schnell verloren.
  • Denken Sie an das tägliche Stoßlüften: So kann die Luft zirkulieren und es kann sich bei Kälte keine Feuchtigkeit niederschlagen. Auch ein Aufheizen im Sommer kann so vermieden werden.
  • Entscheiden Sie sich energiebewusst für die Pflanzen in Ihrem Wintergarten: Gewächse, die auch niedrigere Temperaturen aushalten, sind tropischen Pflanzen vorzuziehen. Beispiele: Agave, Eukalyptus, Fuchsie, Hibiskus, Lorbeer und Zitrusgewächse.
Hören Sie sich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Erfahrungen beim Wintergartenkauf um

Holen Sie sich zu Vergleichszwecken mehrere Angebote von verschiedenen Wintergartenherstellern ein
Foto: hans / pixelio.de