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Richtig geplant und angelegt kann ein Wintergarten ein wahres Schmuckstück sein und ein Haus optisch und baulich aufwerten. Doch der Weg dorthin ist nicht ganz einfach zu bestreiten; eine ganze Menge Arbeit, pfiffige Planungsideen und eine geschickte handwerkliche Umsetzung stecken dahinter. Gerade auch das „Innenleben“ des Wintergartens beansprucht viel Zeit bei der Planung, denn die fachgerechte und sinnvoll durchdachte Installation etwa von Heizung und Elektrik ist ein wichtiger Faktor.

Doch gehört zu den „inneren Werten“ eines Wintergartens auch die Ausstattung in Form von Möbeln, der Wahl des Bodenbelags und die Komplettierung des Raumes mit Grünpflanzen.

Gerade, wenn es um den Auswahl des Bodenbelags geht, sollte nichts überstürzt werden, denn so ein Boden lässt sich nicht einfach so, mühelos und auf die Schnelle austauschen, wenn er aus irgendeinem Grund nicht gefällt. Meist liegt er für zehn Jahre oder sogar noch länger. Welche der Bodenbelag der richtige für Ihren Wintergarten ist und welche Dinge Sie dabei generell beachten sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Der Fußboden im Wintergarten ist besonderen klimatischen Bedingungen ausgesetzt

Bevor der Fußboden im Wintergarten verlegt wird, sollten einige Überlegungen angestellt werden
Foto: Joschko / pixelio.de

Welche Ansprüche werden an den Bodenbelag im Wintergarten gestellt?

Für viele Menschen ist ihr Wintergarten das Juwel schlechthin, das Freunden, Bekannten und Gästen stolz präsentiert wird. Der Wintergarten ist Wohlfühloase, Entspannungsraum, Rückzugsort, Party- Location und vieles mehr. Durch die verglasten Fassaden wirkt dieser Raum besonders edel und freundlich. Klar, dass man für diesen Bereich nicht irgendeinen Bodenbelag wählen will – zumal der Fußboden einen bedeutenden Einfluss auf den Wohnkomfort hat. Häufig entscheidet bei der Auswahl des Fußbodens der individuelle Geschmack, doch darf dies nicht das alleinige Kriterium sein, denn im Wintergarten herrschen besondere Bedingungen, mit denen nicht jeder Boden gleich gut zurechtkommt.

Die klimatischen Verhältnisse im Wintergarten unterscheiden sich erheblich von denen in anderen, „normalen“ Räumen mit verputzten Ziegel- oder Holzwänden. Prinzipiell ist im Wintergarten die Luftfeuchtigkeit etwas höher, oft tragen auch die Pflanzen, die dort angesiedelt werden, entsprechend dazu bei. Außerdem gehört der Wintergarten wegen seiner beabsichtigten Transparenz in der Bauart zu den Räumen, die am stärksten den Schwankungen im Bereich der Temperaturen, des Klimas und des Wetters ausgeliefert sind. Wettereinflüsse können hier ganz anders wirken als im restlichen Haus. Neben den teils rapide verlaufenden Veränderungen bei der Temperatur (eisig kalt im Winter – wenn unbeheizt – bis hin zu extremer, trockener Hitze im Hochsommer) gehört dazu auch der Einfluss der Sonneneinstrahlung. Ohne Beschattungsvorrichtung kann die UV-Strahlung ungehemmt auf den Fußboden einwirken und ihn unter Umständen aufhellen. Diesen Effekt kennen beispielsweise Besitzer von Parkettböden, die dieses Phänomen häufig im Bereich der Terrassentüre bemerken, wenn Möbel nach längerer Stehzeit woanders platziert werden – an dieser Stelle ist der Boden meist dunkler, da er vor dem Sonnenlicht geschützt war.

Neben der UV-Strahlung nimmt auch die Feuchtigkeit Einfluss auf den Fußboden; dies geschieht einerseits durch die Luftfeuchtigkeit. Doch kann es durchaus auch vorkommen, dass anderweitig Nässe in den Wintergarten eindringt, zum Beispiel, wenn man bei regnerischem Wetter vergessen hat, die Außentüre zu schließen. Beides stellt den Fußboden des Wintergartens auf eine harte Probe, der er standhalten sollte. Wird etwa ein Holzboden längerer Zeit Nässe ausgesetzt, quillt er auf.

Vergessen Sie bei der Wahl des Bodenbelags aber auch nicht Reinigung und Pflege, welche regelmäßig erfolgen sollten. Hier sind die Unterschiede zwischen den Bodentypen teilweise erheblich, in Abstufungen von robust und pflegeleicht bis hin zu empfindlich und sehr pflegeintensiv.

Auch spielt eine gewisse Rolle, ob es sich um einen unbeheizten Kaltwintergarten oder um einen Wohnwintergarten handelt. Während man im letzteren Fall viele Umsetzungsmöglichkeiten hat, ist im kalten Wintergarten die Sache ziemlich eindeutig: Es wird ein robuster und frostsicherer Bodenbelag benötigt. Experten empfehlen hierfür vor allem die Verwendung von Fliesen/Feinsteinzeug.

Fußböden aus Fliesen oder Naturstein können sowohl in Kaltwintergärten als auch in Wohnwintergärten verlegt werden

Fliesenböden sind robust, langlebig, pflegeleicht und vertragen auch gelegentliche Nässe
Foto: bazinga1k980 / pixabay

Möglichkeiten von Bodenbelägen für Ihren Wintergarten

Fliesen

Hierbei handelt es sich um einen sehr beliebten Bodenbelag für alle Typen von Wintergärten, da Fliesenböden den Vorteil haben, dass sie unverwüstlich und pflegeleicht zugleich sind. Meist wird glasierte oder unglasierte Keramik in Form von Feinsteinzeug, Steingutfliesen, Terracotta, Mosaik, Marmorfliesen, Granitfliesen usw. verwendet. Kommt als Heizungssystem eine Fußbodenheizung zum Einsatz, sind Fliesen eine sinnvolle Kombination, da sie als gute und effiziente Wärmeleiter gelten. Ein weiterer Pluspunkt ist die große Auswahl an Mustern, Formen und Farben.

Überdies ist das Naturprodukt Keramik langlebig, unempfindlich gegenüber Licht, robust gegen Gebrauchs- und Abnutzungsspuren, geruchsneutral und hygienisch, da dieser Bodenbelag leicht zu reinigen ist. Auch die Pflege des Fliesenbodens erfordert keinen großen Aufwand. Aufgrund der relativ glatten Oberfläche können sich Staub und Schmutz nicht gut festsetzen. Ein gelegentliches feuchtes Wischen genügt somit völlig, damit der Fußboden sauber bleibt. Werden beim Verlegen ein spezieller Fliesenkleber und Fugenspachtel verwendet, steht einer langfristigen Nutzung nichts mehr im Wege.

Naturstein

Naturstein verfügt über eine edle Optik und gilt als ähnlich robust wie Fliesenboden. Es gibt ihn in den Varianten poliert, bruchrauh, gesandstrahlt und geflammt. Als Belag sind im Fachhandel u.a. Sandstein, Kalkstein, Marmor, Granit, Gneis, Schiefer und Quarzit erhältlich. Polierte Natursteine sind sehr glatt und damit rutschgefährlich. Eher zu empfehlen sind geflammte Steine, da sie rutschfester sind. Allerdings sind sie durch ihre raue Oberfläche schwerer zu reinigen. Eine gute Alternative sind gesandstrahlte Natursteine, da sie rutschsicher und eben zugleich sind. Marmor ist hübsch anzusehen und edel, allerdings handelt es sich hierbei um ein weiches Gestein, das nicht frostsicher ist. Daher kann Marmor nur in beheizten Wohnwintergärten als Bodenbelag verwendet werden.

Bei glatter, ebener Oberfläche sind Natursteine genauso simpel zu reinigen wie Fliesen. Steine mit aufgerauten Flächen sauber zu halten, ist etwas aufwändiger: Am besten benutzen sie dazu saugstarke Reinigungstücher, eine weiche Bürste und ein für die jeweilige Steinart geeignetes Grundreinigungsmittel.

Parkett

Parkett ist ein häufig verwendeter Bodenbelag, da er über eine edle Optik verfügt und durch seine warme Wirkung entscheidend zum Wohnkomfort beiträgt. Heutige Parkettböden sind strapazierfähig und kompatibel mit einer Fußbodenheizung. Für den Wohnwintergarten sind Parkettböden prinzipiell gut geeignet, allerdings darf nicht vergessen werden, dass dieser Bodenbelag im Gegensatz zu Fliesen und Naturstein empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Zudem ist Parkett ziemlich pflegeintensiv, wenn es langfristig gut aussehen soll. Regelmäßiges Ölen und/oder Wachsen (mindestens einmal jährlich) ist unabdinglich, wenn der Boden resistenter gegen Feuchtigkeit gemacht werden soll. Nässe verträgt er dennoch nicht. Das Ölen schützt vor kleinen Kratzern und kann auch Aufhellungen durch die UV-Strahlung ganz gut kaschieren. Alternativ können Sie den Parkettboden auch mit einem lösungsmittelfreien Lack versiegeln – diese Prozedur hält deutlich länger als das Ölen.

Laminat

Laminat ähnelt optisch stark dem höherwertigen Parkettboden, allerdings kommt als Material nicht Hartholz zum Einsatz, sondern Schichtpressstoff. Moderne Laminatböden sind besser als der Ruf, der dem Laminat oft vorauseilt. Dieser Bodenbelag ist rutschfest, weist eine verbesserte Resistenz gegenüber Feuchtigkeit auf, ist einfach zu verlegen, kostengünstig, weitgehend lichtecht und mittlerweile relativ robust. Auch können einzelne schadhafte Stellen einfach und schnell ausgetauscht werden. Allerdings ist Laminat beim Auftreten ziemlich geräuschvoll. Wie der Parkettboden kann Laminat als Fußboden lediglich in Wohnwintergärten verwendet werden. Bei der Robustheit und Langlebigkeit hat Laminat Fortschritte gemacht, kann aber bei der Nutzungsdauer und der unkomplizierten Reinigung mit dem Fliesenboden nicht mithalten.

Korkboden

Ökologisch gesehen hat Kork vergleichsweise wie Parkett ein gutes Renommee, da dieser Bodenbelag aus einem nachwachsenden Rohstoff hergestellt wird, nämlich aus der Rinde der Korkeiche. Praktischerweise kann die Rinde vom Baum entnommen werden, ohne dass dieser Schaden nimmt, da diese wieder nachwächst.

Korkböden sind als Fliesen, Platten und Korkparkett erhältlich und werden vollflächig auf dem Boden verklebt. Als natürliches Material isoliert der Korkfußboden nahezu perfekt, ist durch seine hohe Elastizität gelenkschonend und übrigens auch bestens für Hausstaub-Allergiker geeignet. Die Pflege des Korkbodens ist ähnlich intensiv wie beim Parkettboden; ein regelmäßiges Versiegeln mit Öl oder Wachs wird empfohlen, damit die Optik nicht unter den klimatischen Einflüssen leidet. Nässe und Feuchtigkeit bekommen ihm nicht gut.

Linoleum

Linoleum ist ebenfalls ein Naturprodukt und besteht aus Kork, Leinöl, Holz, Kalkstein, Jute und Harz und wurde bereits im 19. Jahrhundert als Bodenbelag eingesetzt. Linoleum ist recht robust, jedoch auch druckempfindlich (Vorsicht bei schweren Möbeln!), besitzt einen niedrigen Trittschall und ist somit beim Begehen leise. Erhältlich ist dieser Bodenbelag in allen möglichen Farb- und Mustervariationen. Seine Pflege ist insgesamt relativ unkompliziert, allerdings ist Staunässe zu vermeiden, da sie das Linoleum bei längerer Einwirkzeit aufquellen lassen kann.

Teppichboden

Teppichböden können im Wintergarten durchaus Sinn machen, etwa im Bereich von Sitzgruppen. Nahe der Terrassentür ist Teppich eher nicht geeignet, weshalb sich dann eine Kombination mit einem anderen Bodenbelag empfiehlt. Auch bei den Teppichböden sind Innenraumdesigner mit der Zeit gegangen – mittlerweile sind sogar Modelle in Metall-, Stein- oder Holzoptik verfügbar. Neben der optischen Komponente sollten Sie bei Teppichböden vor allem auf folgende Eigenschaften achten: antistatisch (= diejenigen, die ihn begehen, dürfen nicht nach und nach elektrisch aufgeladen werden), schwer entzündlich und schmutzabweisend (leider gelten Teppiche immer noch als Staubfänger und sind daher für Allergiker nicht ratsam). Die Reinigung ist beim Teppichboden erschwert; neben dem obligatorischen Staubsaugen kann er von Zeit zu Zeit shampooniert (etwa mit Hilfe eines Kärchers) werden, was aber sehr aufwendig ist. Dafür fühlt sich Teppichboden beim Gehen angenehm an und auch kalte Füße dürften eher kein Thema sein. Selbstredend können Teppichböden nur in Wohnwintergärten verlegt werden.

PVC

PVC ist ein rein synthetischer Bodenbelag, genauer gesagt besteht er aus dem Kunststoff Polyvinylchlorid. PVC ist pflegeleicht, lichtbeständig, kostengünstig, geeignet für Allergiker, schwer entzündlich und resistent gegen Feuchtigkeit und Nässe, weshalb er häufig auch in Küchen zum Einsatz kommt. Überdies isoliert PVC-Boden recht gut. Aufgrund dieser Eigenschaften kann PCV auch in unbeheizten Kaltwintergärten eingesetzt werden. Jedoch hat dieser Bodenbelag auch Nachteile: Bei der Herstellung und Entsorgung schneidet PVC in puncto Ökologie nicht gerade gut ab. Außerdem wird der Kunststoffboden beim Begehen nicht von jedermann als angenehm empfunden.

Modernes Parkett ist strapazierfähig, muss aber regelmäßig geölt oder mit Lack versiegelt werden, um seine Optik zu behalten

Parkettböden sind edel, aber pflegeintensiv und eignen sich nur für beheizte Wohnwintergärten
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Überblick über die Vor- und Nachteile der einzelnen Bodenbeläge

 

Bodenbelag

 

Vorteile Nachteile
Fliesen Unverwüstlich, pflegeleicht, große Auswahl an Formen, Mustern und

Farben, langlebig, für alle Wintergartentypen geeignet

 

u.U. kostenintensiv
Naturstein Robust, edle Optik, lange Lebensdauer, einfach zu pflegen und reinigen, große Auswahl an Modellen, für alle Wintergartentypen geeignet

 

u.U. kostenintensiv, polierte Natursteine sind nicht rutschfest
Parkett Hochwertiger Bodenbelag, rutschfest, strapazierfähig, ansprechende Optik, Vielfalt an Modellen, hoher Wohnkomfort u.U. kostenintensiv, hoher Aufwand bei der Pflege, nur für Wohnwintergärten geeignet, nur bedingt resistent gegen Feuchtigkeit

 

Laminat Rutschfest, kostengünstig, einfach zu verlegen, weitgehend lichtecht, höhere Resistenz gegen Feuchtigkeit

 

Höherer Trittschall, nur für Wohnwintergärten geeignet
Korkboden Nachwachsender Rohstoff, gute Isoliereigenschaften, gelenkschonend, bestens für Allergiker geeignet Höherer Pflegeaufwand, verträgt Nässe nicht gut, nur für Wohnwintergärten geeignet

 

Linoleum Robust, niedriger Trittschall, unkomplizierte Pflege, große Auswahl an Farb- und Mustervariationen Druckempfindlich, verträgt keine Nässe, nur für Wohnwintergärten geeignet

 

Teppichboden Hochwertige Designs, angenehm zu begehen Erschwerte gründliche Reinigung, Staubfänger, nicht ratsam für Allergiker, nur für Wohnwintergärten geeignet

 

PVC Pflegeleicht, lichtbeständig, für Allergiker geeignet, kostengünstig, resistent gegen Feuchtigkeit, gute Isoliereigenschaften, für alle Wintergartentypen geeignet

 

Ungünstige Ökobilanz bei der Herstellung und Entsorgung, da rein synthetisches Produkt